Sie ist mit ihrem Job im Reinen – Tourismus-Trainerin Maria Radinger

Maria Radinger ist eine Frau, die liebt, was sie tut. Als Unternehmensberaterin und Wirtschaftstrainerin hat sie sich auf die Bereiche Housekeeping und Umgangsformen spezialisiert. Ihre Mission: Beide Themen „entstauben“ und mit alten Klischees „aufräumen“. Ihr Einsatzort: Österreich, Deutschland, Südtirol, Schweiz und natürlich das WIFI Kärnten.

„Jede Frau kann putzen, nicht wahr? Was gibt es da schon groß zu lernen?“

Es ist ein Klischee, welches Maria Radinger seit Jahrzehnten begleitet, welchem sie aber vehement die Stirn bietet. Mit Erfolg. Ihre Berufung wurde ihr dabei sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Aufgewachsen am malerischen Ossiachersee kam sie im elterlichen Familienbetrieb schon früh mit der Tourismusbranche in Kontakt, lernte diese von Grund auf kennen und lieben. Der logische Schritt an die Villacher Tourismusakademie folgte, im Ausland verdiente sie sich ihre ersten Sporen und sammelte wertvolle Praxis-Erfahrung. „Meine Karriere startete ich in einem 5-Sterne-Hotel in Genf, später zog es mich nach Florenz, wo ich meine Sprachkenntnisse vertiefen konnte.“ 15 Jahre lang war sie in der 4 und 5-Sterne-Hotellerie in leitenden Funktionen tätig, bis sie mit 35 Jahren den Entschluss fasste, an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt das Fach „Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Berufsausbildung“ zu studieren. Nach erfolgreichem Abschluss folgte 2003 der Schritt in die Selbstständigkeit als Unternehmensberaterin und Wirtschaftstrainerin.

Das Personal glänzen lassen

„Meine Schwerpunkte sind die Beratung, das Training und Coaching im Housekeeping für die gehobene Hotellerie in Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz. Zudem unterstütze ich Wirtschaftsunternehmen in nationalen und internationalen Fragen der Businessetikette.“ Wer mit Maria Radinger über ihren Beruf spricht, wird schnell merken, dass es ihr ein Herzensanliegen ist, mit dem verstaubten Image dieses Berufszweiges aufzuräumen. „Reinigung ist nicht gerade das sexy Thema schlechthin. Die Mitarbeiterfluktuation ist hoch, ebenso wie der Leidensdruck. Wir alle wollen es klinisch rein haben, aber die Menschen, die dafür verantwortlich sind, bleiben meist verborgen im Hintergrund. Meine Mission ist es, diese Personen sichtbarer zu machen und ihnen die Wertschätzung zu zollen, die ihnen zusteht. Schließlich ist Housekeeping ein Handwerk wie jedes andere, welches es zu erlernen gilt.“

Die Pandemie als Game-Changer

Bis dato war es laut Radinger so, dass Reinigung schlicht und einfach stattfinden musste. „Durch die Pandemie hat sich auf diesem Sektor sehr viel getan, plötzlich ist das Wort Hygiene in aller Munde, die Branche hat sich rasend schnell verändert, hat endlich einen bedeutsamen Stellenwert in der Gesellschaft. Housekeeping war schon immer eine Schnittstelle im Hotelmanagement, aber noch nie so sichtbar wie jetzt. Es wurde zur Chefsache erklärt.“ Radinger sieht darin nun die Chance, das Thema vermehrt aufzugreifen, um eine ganzheitliche Bewusstseinsbildung zu schaffen: „Die Gäste werden immer kritischer und reagieren sehr sensibel auf geltende Hygienestandards.“ Um die Mitarbeiter umgehend zu schulen, folgt Maria Radinger der Devise „training on the job“.

Neue Umgangsformen

Auch die Verhaltensweisen haben sich durch Corona verändert: „Es gibt keinen Handschlag mehr, keine Umarmungen, man hält Abstand. Die Zeit wird zeigen, was davon bleiben wird.“ Um generell dem einen oder anderen Fettnäpfchen vorzubeugen, was die Etikette unterschiedlicher Länder betrifft, empfiehlt sich die Lektüre von Maria Radingers Büchern. „Der Alpen-Adria-Knigge“ beugt Missverständnissen vor, im Handbuch „Was Gäste wünschen“ werden zeitgemäße Umgangsformen in Hotellerie und Gastronomie thematisiert und in ihrem neuesten Werk „Erfolgsfaktor Zimmer & Etage“ wendet sie sich gemeinsam mit Stefan Nungesser (Professor an der FH Kärnten) an die Praktiker, sprich gestandene Hoteliers und Hotelières, Hausdamen und Mitarbeiter im Housekeeping.

Tausendsassa aus Leidenschaft

Zu ihren weiteren Engagements zählt Maria Radinger ihre Kurse an der WIFI Kärnten, in denen sie zu den Themen Neue Verhaltensweisen & zeitgemäße UmgangsformenZeitgemäße Hygienestandards, Interkulturelle Zusammenarbeit im Hotel, Generationenmanagement im Tourismus und Was Gäste wünschen referiert und lehrt. Neu ist auch der im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Blog „Die Gastgeberinnen“, wo sie gemeinsam mit Heide Pichler Herritsch, eine Plattform für Austausch, Impulse und neue Denkanstöße innerhalb der Branche geschaffen hat. Wer sich nun fragt, woher diese Powerfrau ihre geballte Energie nimmt, darf mit einer klaren Antwort ebendieser rechnen: „Ich liebe das, was ich tue. Mit Menschen zu arbeiten, in der Hotellerie tätig zu sein, das ist meine Leidenschaft und genau das ist es, was mir an Energie letztlich soviel zurück gibt.“