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Wein aus Italien – Zwischen Etschtal und Ätna

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Die Italiener haben uns auf verschiedenen Gebieten sehr beeinflusst: Wir stellen uns Mailänder Design in die Wohnzimmer, essen Antipasti und Pasta, kleiden uns italienisch und genießen den Vino d‘Italia. Dabei sollten wir uns nicht nur mit einem Allerwelts-Chianti oder mit einem simplen Soave begnügen. Denn das Land zwischen dem Etschtal und dem Ätna hat weitaus mehr Qualitätsweine zu bieten.

Das Weinland Italien

Schon die alten Griechen nannten Italien voller Anerkennung Oinotria, das Land des Weines. Denn die Geschichte des Weinanbaus in Italien begann mit den Griechen. Sie hatten bereits um 1.000 v. Chr. den Raum um das Mittelmeer erkundet und im Verlauf ihrer Eroberungen auch Weinstöcke in den eroberten Ländereien angebaut. In Kalabrien und in Sizilien waren erste griechische Handelsstützpunkte errichtet worden. Im dritten Jahrhundert war Italiens Süden bereits großflächig mit Rebflächen bedeckt. Von dort aus verbreiteten sich die Reben peu à peu nach Norden. Die Etrusker erzeugten im 7. Jahrhundert Wein in der heutigen Toskana.

Eine regelrechte Hochkultur erlebte italienischer Wein im 13. Jahrhundert, in dessen Verlauf große Weinhäuser wie Antinori oder Frescobaldi entstanden. Mehrere Krisen machten dem Weinland Italien bis zum Anfang der 1960er Jahre zu schaffen, bis der Wiederaufstieg an die Spitze der Weinbauländer begann. Noch vor Spanien und Frankreich ist Italien heute der weltweit größte Weinproduzent.

Italiens Weinregionen

Von Südtirol und der Lombardei im Norden über das Piemont und die Weinfelder Venetiens, von der Toskana über die Marken, Sardinien und Apulien bis nach Sizilien ganz im Süden – in jeder Region Italiens werden Weine angebaut: Die etwa 900.000 Hektar große Rebfläche erbringt jährlich mehr als 50 Millionen Hektoliter Wein. Dabei spiegeln die Erträge ein Nord-Süd-Gefälle. Während um die 140 Hektoliter pro Hektar in Italiens Süden gewonnen werden, sind es im Norden im Durchschnitt nur 40 hl/ha.

Italiens Süden, also Sizilien, Apulien, Veneto und die Emilia Romagna liegen in der mengenmäßigen Betrachtung zwar vorn, aber die besten Qualitäten kommen doch aus dem Norden des Landes – aus dem Piemont sowie der Toskana und Friuli-Venezia Giulia, denen das Weinland Italien große Namen wie Barbaresco, Barolo, Barbera, Gavi oder auch Dolcetto verdankt. Beliebt sind auch der Toroldego aus dem Trentino und die Aglianico-Weine aus Italiens sonnigem Süden, die sich durch kunstfertige Winzerhand zu den schönsten Weinen des gesamten Mezzogiorno entwickeln können.

Wie wohl kein anderer befindet sich italienischer Wein in einem Wandlungsprozess. Dabei war in jüngster Vergangenheit schon viel offiziell reguliert, experimentiert und dem Markt angepasst worden. Bestes Beispiel sind die frischen, spritzigen Weißweine, die als Folge der chardonnizzazione immer beliebter werden. Beim Rotwein aus Italien wird großer Wert auf Qualität und Lagerfähigkeit gelegt.

das Weinrecht

Obwohl in den letzten Jahrzehnten junge Winzer vielversprechend experimentierten, wurde in den hochdifferenzierten Kellern der italienischen Weinbauern in der näheren Vergangenheit viel amtlich geordnet. Dabei stand stets die Qualitätssicherung im Fokus:
Bei den einfachen Tafelweinen VdT (Vino de Tavola), auf deren Etiketten Farbe, Alkoholgehalt und Herkunftsregion angegeben werden, gewinnen die IGT-Weine (Indicazione Geografica Tipica) seit ihrer Etablierung im Jahr 1997 immer mehr an Bedeutung. Sie entsprechen in etwa dem französischen Landwein Vin de pays und dürfen Herkunft, Jahrgang und Rebsorte nennen.
Zwei Stufen von italienischen Qualitätsweinen sind richtungsweisend: einerseits der DOC (Denominazione di Origine Controllata) mit seinen mehr als 300 Anbauzonen: Die kontrollierte Ursprungsbezeichnung umfasst u. a. Vorschriften zu den Grenzen der Anbaugebiete und die Art des Ausbaus.

Andererseits gibt es die DOCG-Weine (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) mit etwa zwei Dutzend Spitzenweinen. Dabei handelt es sich um eine kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung und demnach die höchste Stufe des Italienischen Weinbaugesetzes. Im Vergleich zu den DOC-Weinen fallen dabei die Vorschriften, insbesondere zu den Mengenbegrenzungen strenger aus als bei DOC-Weinen.

Italienische Spitzenweine

Qualitätsweine aus Italien sind überall geschätzt. Spitzenweine sind dabei Brunello di Montalcino, Barolo, Barbaresco, aber auch Chianti Classico und der Vino Nobile di Montepulciano. Als Klassiker unter den Weinen Italiens gilt u. a. der Amarone, ein samtiger Rotwein aus Valpolicella, der aus dem Most luftgetrockneter Trauben hergestellt wird. Dazu zählt auch der Picolit, ein aus dem Friaul stammender goldgelber Likörwein. Ebenfalls aus getrockneten Trauben verwöhnt den Liebhaber ein Marsala, der berühmte Likörwein aus Sizilien. Er wird auch trocken ausgebaut und erreicht seine volle Genussreife erst nach 10 bis 45 Jahren Fasslagerung.

Italiens Wein-Vielfalt

Wenn es um Vielfalt geht, ist keines der Weinländer so reich wie Italien. Heute zählen unsere Nachbarn mehr als 2.000 unterschiedliche Rebsorten, zu denen neben den genannten auch ein Nebbilio oder ein Sangiovese zählen. Rein lokale Sorten wie der sizilianische Grillo oder die Cortese im Piemont bereichern die Vielfalt. Neben den ganz berühmten Namen gibt es im Weinland Italien immer wieder eine ganze Menge neuer Entdeckungen.

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