Latte Art – Geschäumt, nicht gerührt

Tamara Nadolph wurde 2020 zum dritten Mal in Folge zur Barista-Staatsmeisterin in der Kategorie „Latte Art“ gekürt. Wie man den perfekten Milchschaum kreiert, worauf es dabei ankommt und wie kreative Muster entstehen, all das zeigt sie ihren Teilnehmern und Teilnehmerinnen im WIFI Kurs „Latte Art. Kreative Kunst aus Milchschaum.“

Die Liebe zum Kaffee liegt bei Tamara Nadolph in der Familie. „Im Mai 2009 habe ich den Betrieb meiner Mutter übernommen und daraufhin im Herbst meine erste von vielen Barista-Ausbildungen inklusive erfolgreich bestandener Prüfung absolviert. Im Zuge dieser Kurse habe ich mich voll und ganz in den Kaffee verliebt. So facettenreich wie Kaffee ist sonst kein anderes Produkt.“

Und damit verbunden die Latte Art, das kunstvolle Eingießen der Milch. Eine Tätigkeit, die Tamara Nadolph von Anbeginn sehr viel Spaß gemacht hat. Zudem freute es die Gäste, dass der bestellte Kaffee nicht nur gut schmeckte, sondern schön aussah.

Die richtige Optik

Die Kreativität wuchs zur Leidenschaft heran und mittlerweile wurde Tamara Nadolph zum dritten Mal in Folge zur Barista-Staatsmeisterin in der Kategorie „Latte Art“ ausgezeichnet. Unzählige Stunden an Training flossen in diese Meisterleistung: „Üben an der Kaffeemaschine, Kreativität und Spaß sind mitunter die wichtigsten Sachen um erfolgreich zu sein. Heuer hatte meine Präsentation wieder ein eigenes Thema, nämlich meine Reise in die Niederlande.“

Wie diese kunstvollen Milchschaumbilder entstehen, zeigt sie ihren Teilnehmern und Teilnehmerinnen seit vergangenem Jahr im Zuge des WIFI Kurses „Latte Art. Kreative Kunst aus Milchschaum“.

„Die Teilnehmer lernen wie man richtig schäumt, denn ohne den perfekten Schaum ist das kunstvolle Eingießen nicht möglich. Wenn sie die Phasen des Aufschäumens beherrschen, geht es ans korrekte Eingießen. Hier werden Grundmotive wie Herz, Rosetta und Tulip erlernt.“

Zielgruppe des Lehrganges sind in erster Linie Personen, die in der Gastronomie an der Siebträgermaschine arbeiten aber auch Privatpersonen, die es interessiert, einen perfekten Milchschaum zu machen und die immer schon wissen wollten, wie das Herz in den Cappuccino kommt.

Kniffe und Tipps

Um zu einem kunstvollen Ergebnis zu gelangen, bedarf es der richtigen Kniffe und Tipps: „Wichtig ist, dass die Milch am Anfang kalt ist. Bei der Technik gibt es zwei Phasen. Die Ziehphase, bei der Luft und Volumen in die Milch gebracht werden und die Rollphase. Dabei wird die lauwarme Milch fein umgewälzt und zwischen 60 und 65 Grad erhitzt.“

Beim Eingießen selbst kommt es auf die „slow pour“-Methode an, mit der die feinen Linien gezeichnet werden können. „Wenn man diese Gießtechnik erst einmal beherrscht, hat man unzählige Möglichkeiten, um neue Muster zu kreieren.“

Schaum ist nicht gleich Schaum

Für ein schäumendes Endergebnis braucht es die richtige Milch, weiß Tamara: „Verantwortlich für den Schaum ist das Eiweiß nicht das Fett wie viele glauben, letzteres ist lediglich ein Geschmacksträger. Dazu bedarf es der richtigen Auswahl der Milch. Milch, die länger haltbar ist, lässt sich meist immer schöner und feiner schäumen, da sie ein feineres Eiweißgeflecht hat.“

Kunst und Kreativität funktionieren nur in Kombination mit der nötigen Leidenschaft. Tamara Nadolph liebt es, ihren Gästen jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, wenn sie einen guten und schönen Kaffee bekommen. Wie schon Konfuzius einst zu sagen pflegte: „Wähle einen Beruf den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“.

„Durch die Leidenschaft zur Latte Art und die damit gewonnen Staatsmeisterschaften durfte ich 2018 nach Belo Horizonte zur Weltmeisterschaft fahren und konnte mir im Zuge dieser Reise den Traum verwirklichen, eine Kaffeeplantage zu besuchen.“

Gute Ware, gutes Ergebnis

Ihren Kaffee kauft die Villacher Unternehmerin prinzipiell bei kleinen Röstereien. Bei handgefilterten Kaffees bevorzugt sie reinsortige Arabicas, die heller geröstet sind, beim klassischen Espresso trinkt sie gerne mal einen Arabica Canephora (Robusta) Blend.

Und ihre Ziele für die Zukunft sind ebenfalls bereits gesteckt: „Ich möchte auf alle Fälle mehr Kurse und Schulungen anbieten, weil es mir einfach wahnsinnig Freude bereitet, meine Passion und mein Können an andere weiter zu geben. Ein weiteres großes Ziel ist es, bei der Weltmeisterschaft in Warschau unter die Top 20 zu kommen.“ Für Kärnten selbst hat sie ebenfalls genügend Ideen: „Ich möchte die Kaffeehauskultur in Kärnten noch stärker etablieren.“

Alle Kurse rund um Kaffee finden Sie hier.

 

Fotos zur freien Verfügung gestellt von Tamara Nadolph.