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Können alle Programmierer:innen hacken?
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Grundsätzlich hätte eigentlich jeder das Potenzial, eine Karriere als Hacker:in anzufangen. Egal ob IT oder kaufmännische Fachkraft – das Internet bietet so viele Lernmöglichkeiten. Wichtig ist der Wille und das kreative Denken.

Patrick Jerovcic, Absolvent des WIFI Diplomlehrgangs Software Development mit C#, verrät im Interview Tipps für Hacker-Anfänger:innen.

Spätestens seit dem Hackerangriff auf die Landesregierung ist der Begriff Hacken in aller Munde. Im Gegensatz zum Programmieren wird Hacken genutzt, um sich unbefugten Zutritt in ein fremdes System zu verschaffen. Aber ist Hacken und Programmieren das gleiche? „Meiner Meinung nach funktionieren Hacken und Programmieren nach derselben Logik. Beide erfordern viel Kreativität. Doch das Hacken ist böswillig und darauf abgezielt, Schaden anzurichten oder einen Nutzen aus dem Angriff zu ziehen. Beim Programmieren stehen die Kreativität und der erzeugte Mehrwert im Fokus“, ist Jerovcic überzeugt. Er erzählt, dass es heute auch keine IT-Schule oder IT-Kurse mehr braucht, um das Hacken zu erlernen, denn Quellen wie Youtube bieten unzählige Lernvideos, die zum Beispiel erklären, wie so ein Virus aufgebaut ist – und das kostenlos.

Hacken erfordert Grundlagen und viel Übung

Auch wenn Videos zeigen und erklären, wie gehackt werden kann, braucht es Grundlagen und Geduld: „Programmiergrundlagen braucht man zum Hacken auf jeden Fall, gerade komplexe Zugriffe, wie auf eine Firewall, erlernt man nicht so schnell. Da braucht es viel Geduld und Übung. Man sollte sich einfach zum Computer setzen und immer wieder ausprobieren und experimentieren. Dabei lernt man am meisten. Ich persönlich tue mir beim Programmieren einfach leichter, wenn ich den Programmcode hineinklopfe und dann herumprobiere. Ganz nach dem Motto ‚Probieren geht über Studieren‘“, erzählt Jerovcic. Zum Anfangen reicht es, einfach mal eine kleine Schadsoftware zu schreiben oder Passwörter von Freund:innen herauszufinden. Youtube bietet genügend Videos, wo das erlernt werden kann“, ist Jerovcic überzeugt.

Ihn selbst würde eine Karriere als professioneller Hacker schon reizen, „aber es ist natürlich ein großer Graubereich. Wenn man allerdings die Datenschutzseite anschauen will, muss man auch verstehen können, wie Hacker:innen arbeiten und was es aktuell für Bedrohungen gibt, um die Risiken eines Hackerangriffs abfedern zu können.“

Software Development als gute Basis

Im Software Development Lehrgang hatte Jerovcic die Gelegenheit, viele Basics zu lernen: Angefangen vom allgemeinen Programmierwissen, Datenbanken und Algorithmen, bis hin zu Grundlagen wie ein Computer aufgebaut ist. Es braucht also durchwegs Fachwissen rund um die Programmiersprachen, die Tools am Computer und laut Jerovcic auch ein bisschen Mathematik. Aber noch wichtiger als die Grundlagen ist für Jerovcic die Kreativität beim Programmieren: „Bevor ich überhaupt mit dem Programmieren starte, muss ich kreativ sein, und das beginnt bereits am Papier. Zuerst muss ich mir Gedanken machen, was mein Programm können soll, dann erst kann ich es konzipieren. Softwareentwicklung ist einfach so viel mehr, als nur eine Programmiersprache zu erlernen und zu programmieren. Man muss das große Ganze betrachten können.“

Passwortänderungen schützen vor Hackerangriffen

Als Tipp gegen Hackerangriffe empfiehlt Jerovcic den regelmäßigen Wechsel des E-Mail-Passworts, weil viele Logins mit der E-Mailadresse verknüpft sind. Hackt sich jemand in die eigene E-Mailadresse, ist es dann ein leichtes Spiel, andere Passwörter zurücksetzen zu lassen. „Die Programme, die Passwörter knacken können, sind inzwischen sehr intelligent. Im Passwort sollten also unbedingt Sonderzeichen sowie Groß- und Kleinschreibung vorkommen“, rät Jerovcic.

Neben Programmiergrundlagen braucht es also Kreativität und viel Übung, um auch hacken zu können. Auf die Frage, ob er bis auf die kleinen Hacks im Unterricht auch so schon mal gehackt hat, antwortet er charmant: „Ein Gentlemen schweigt und genießt“.

Patrick JerovcicPatrick Jerovcic arbeitet als Produktentwickler eng mit der IT zusammen. Obwohl er in IT maturiert hat, hat er keine Karriere als Programmierer eingeschlagen. Die Faszination fürs Programmieren und Hacken ist aber stets geblieben. Jahre später hat er sich dazu entschlossen einen Software Development Diplomlehrgang am WIFI zu machen. „In der Arbeit schreibe ich Anforderungen für die IT, daher wollte ich mein fachliches Wissen rund ums Programmieren wieder auffrischen und vertiefen, damit das Verständnis und die Zusammenarbeit mit der IT noch besser läuft“, erzählt Jerovcic.

Portrait von Patrick Jerovcic persönlich zur Verfügung gestellt

Titelbild: Thaut Images/stock.adobe.com