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Besserwissende, Quasselstrippen und Co. – wie WIFI-Trainer:innen damit umgehen
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Wir kennen sie alle, denn sie lauern überall – klassische (Stereo-)Typen in Kursen und Weiterbildungen, wie die Besserwissenden, die Skeptischen oder die Gelangweilten. WIFI-Trainer Roland Scharf verrät am Blog mehr über die klassischen Kursteilnehmenden, was sein schrägstes Erlebnis war und sein Geheimrezept für einen gelungenen Kurs.

Roland ScharfRoland Scharf, Spezialist in Sachen Online-Marketing, ist schon lange als WIFI-Trainer tätig und kann sich über seine Schützlinge nicht beklagen: „Ich habe das Glück, dass sich die meisten Kursteilnehmenden weiterentwickeln wollen und topmotiviert sind“. Trotzdem gibt es auch in seinen Kursen immer wieder Typen, die man auch in anderen Kursen oft wieder findet, wie die Besserwissenden oder die Streber:innen. Sie haben zu jedem Thema eine Meinung und tun diese auch gerne kund. Aber auch Skeptiker:innen sitzen manchmal in seinem Kurs. Diese sind zwar offen für neue Inputs, stellen aber in Frage, ob das in der Realität bzw. speziell für ihren Bereich überhaupt umsetzbar ist. Doch Scharf weiß, dass genau diese Skepsis zu angeregten Diskussionen und neuen Perspektiven führen kann. „Skeptiker:innen begegne ich immer mit der Gegenfrage, warum sie denken, dass es bei ihnen nicht zutrifft oder machbar ist. Das lockt sie aus der Reserve und gibt mir und den anderen Teilnehmer:innen Einblicke,“ so der Experte. Scharf erzählt, dass es auch immer wieder Leute gibt, die zu locker an die Sache herangehen. „Manche denken, es ist ja eh ein WIFI-Kurs, wo man immer durchkommt. Aber wer die geforderte Leistung nicht bringt, bekommt auch kein Diplom,“ mahnt der Marketing-Profi.

Von betrunkenen Kursteilnehmenden und Quasselstrippen

Auf die Frage nach den schrägsten Kursteilnehmenden bzw. dem schrägsten Erlebnis, weiß Scharf sofort eine Geschichte zu erzählen: „Der Kursteilnehmer kam fast zwei Stunden zu spät und war komplett betrunken. Er wollte sogar meinen Platz einnehmen. In der Pause habe ich ihn dann unter vier Augen darauf angesprochen, dass das inakzeptabel ist.“ Der Kursteilnehmer kam nach der Pause übrigens nicht mehr zurück. Scharf betont, dass es besonders in schwierigen Situationen wie dieser immer besser sei, das persönliche Gespräch zu suchen und das Ganze nicht vor den anderen Kursteilnehmenden zu klären. Anders hingegen sei es bei fachlichen Differenzen, was zu spannenden Diskussionen führen kann. Oder mit Leuten, die im Unterricht quatschen und damit andere stören. Hier rät er zu zwei Möglichkeiten: Als Trainer:in selbst nicht mehr sprechen, bis man wieder die volle Aufmerksamkeit hat, oder die Kursteilnehmenden direkt im Kurs ansprechen, ob es offene Fragen gibt, die vielleicht sogar für die ganze Gruppe von Interesse sein könnten.

Auch in Sachen Unpünktlichkeit hat Scharf schon seine Erfahrungen gemacht und gibt Tipps. „Grundsätzlich hängt Unpünktlichkeit viel mit der eigenen Einstellung zusammen.“ Wenn jemand immer wieder unpünktlich erscheint kann das trotzdem störend für den ganzen Kurs sein. Auch hier kann man versuchen, die ganze Gruppe einzubinden, um auf die Konsequenzen des Zuspätkommens aufmerksam zu machen. „Einmal kam ein Teilnehmer ständig zu spät, da habe ich schon den Beginn des Unterrichts verzögert und alle Anwesenden warten lassen, bis der besagte Teilnehmer da war. Dem Teilnehmer war das dann ziemlich unangenehm und es wurde besser“, verrät Scharf.

Tipps, damit alle Kursteilnehmenden am Ball bleiben

Wir wollten auch wissen, was das Erfolgsgeheimnis seiner Kurse ist bzw. warum er so viele motivierte Kursteilnehmende hat. Einerseits sind es eben Kursteilnehmende, die mit einer intrinsischen Motivation im Kurs sitzen, andererseits liegt es auch an seinem Kursaufbau. Scharf weiß, dass sich Theorieeinheiten nicht vermeiden lassen. Deswegen versucht er, seinen Kurs in Blöcken aufzubauen: Kurze, intensive Blöcke mit Theorie, dann folgt eine praktische Einheit, meist in Kleingruppen und mit kurzen Pausen dazwischen.

Besonders wichtig sind dem Marketing-Experten auch Fragen und Diskussionen. Er selbst ist kein Fan von Frontalunterricht, wo Fragen nur am Ende erlaubt sind. Ganz im Gegenteil – oft regt er Diskussionen an oder fragt die Teilnehmenden, wie sie das sehen und welche Erfahrungen sie mit den Themen haben. Noch ein Tipp zum Schluss: „Nennen Sie viele praktische Beispiele bereits in den Theorieblöcken. So können sich die Teilnehmenden gleich was unter dem Gesagten vorstellen, es sich besser merken oder Verständnisfragen stellen“, rät der WIFI-Trainer.

Kurse von Roland Scharf am WIFI Kärnten: