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Neuer Kurs am WIFI: Betriebsanlagenberater:in

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Mit dem Betriebsanlagenberater-Kurs schließt das WIFI Kärnten eine Lücke zwischen Behörden, Unternehmen und beratenden Stellen und sorgt so bei vielen zukünftigen Einreichungen von Betriebsanalgen für einen reibungslosen und effizienten Ablauf.

Wir haben mit Sonja Veratschnig von der Wirtschaftsombudsstelle des Landes Kärnten gesprochen, auf welche Initiative hin dieser Kurs entstanden ist und wie hoch der Bedarf danach eigentlich ist.

Was tut ein:e Betriebsanlagenberater:in?

Wenn eine neue Betriebsanlage erfolgreich in Betrieb gehen soll, bedarf es vorab eines Verfahrens zur Genehmigung derselbigen. In der Praxis stellte die Wirtschaftsombudsstelle, deren Geschäftsführung Frau Veratschnig im Oktober 2019 übernahm, immer wieder fest, „dass viele Fehler durch ausreichende Kommunikation und Transparenz im Vorfeld der Einreichung hätten vermieden werden können.“ Oftmals scheitert es nämlich an unzulänglichen Unterlagen bzw. Missverständnissen in der Kommunikation aller Parteien.

Das verändert der neue Kurs für Einreichungen

In dem neuen Lehrgang am WIFI soll Wissen in Sachen rechtlicher und technischer Aspekte, Kommunikationsarbeit zwischen den betroffenen Parteien und Projektmanagement weitergegeben werden. „Der Lehrgang ist ein Gewinn für alle am Verfahren beteiligten Personen: Beratende Stellen, die Antragsteller:innen sowie die Behörden erfahren dadurch eine „Win-Win-Win-Situation“, weil alle 3 am Ende von der effizienten und reibungslosen Einreichung profitieren“, so Veratschnig im Gespräch.

An wen richtet sich der Betriebsanlagenberater-Kurs?

„Willkommen sind alle oben erwähnten Parteien, also behördliche Vertreter:innen, Betriebe, die planen eine neue Anlage in Betrieb zu nehmen, sowie die beratenden Stellen.“, erzählt Mag. Veratschnig weiter. Per Definition ist eine Betriebsanlage etwas, das „Emissionen erzeugt und die Nachbarschaft in irgendeiner Form beeinträchtigen könnte.“ Durch den gemeinsamen Kurs aller 3 an der Einreichung beteiligten Gruppen, ergeben sich viele Learnings auch im persönlichen Gespräch. Es wird Verständnis für andere Sichtweisen aufgezeigt und der Blickwinkel verändert, was der Kommunikationsarbeit und so dem gesamten Projekt dienlich ist.

Praxis-Test: Probleme bei der Einreichung von Betriebsanlagen

„Oftmals sind es Dinge, die man bei gründlicher und detailgenauer Planung bereits im Vorfeld hätte verhindern können, die die erfolgreiche Einreichung zum Scheitern bringt oder unnötig in die Länge zieht,“ meint Veratschnig im Gespräch. Umso wichtiger war es dem Land Kärnten, der Wirtschaftskammer Kärnten und dem WIFI Kärnten genau diese häufigen Fehler und Irrtümer verständlich aufzuzeigen und allen Kursteilnehmer:innen klare Abläufe mit auf den Weg zu geben.

Wie entstand der neue Kurs am WIFI?

Der Kurs des Betriebsanlagenberaters ist ein Kooperationsprodukt zwischen dem Land Kärnten, der Wirtschaftskammer Kärnten und dem WIFI Kärnten. Dass es dafür Bedarf gibt, stellte sich bei Sonja Veratschnigs erster „Amtshandlung“ heraus, als sie im Oktober 2019 die Stelle als Leiterin der Wirtschaftsombudsstelle antrat und Interviews mit allen Bezirksverwaltungsbehörden führte. Schnell kristallisierten sich die immer wieder gleichen Problemstellungen im Rahmen von Einreichung neuer Betriebsanlagen heraus. Die meisten davon hätten sich mit transparenter und rechtzeitiger Kommunikation verhindern lassen können.

Eine zurückgewiesene Einreichung kann Existenzen bedrohen

Das Thema der Betriebsanlagen-Einreichung führt nicht selten zu hitzigen Diskussionen oder sogar Streitgesprächen zwischen den beteiligten Parteien, hängen ja teilweise ganze Existenzen davon ab, ob eine Anlage ehestmöglich in Betrieb genommen werden kann oder nicht. „Da ist es auch sehr verständlich, dass bei dem einen oder anderen die Emotionen hoch kochen und es nicht mehr konstruktiv ist. Und gerade hier soll der neue Kurs präventiv wirken. Indem in insgesamt 59 Lehreinheiten alles Wissenswerte praxisnah vermittelt wird.“, so Veratschnig auf Nachfrage.

Ausblick & Fazit

Mag. Sonja Veratschnig„Wir – also alle Initiator:innen dieses neuen Kurses – freuen uns sehr über die zahlreichen Teilnehmer:innen im ersten Lehrgang und sind vorfreudig gespannt auf alles, was im zweiten Kursjahr noch auf uns zukommt.“, freut sich Sonja Veratschnig über den erfolgreichen ersten Kursverlauf. Betriebsanlagenberater:in, ein Kurs, der – wenn dieser etabliert ist – ein Gewinn für die heimische Wirtschaft sein wird, wenn sich Betriebe, Behörden und Beratungsfirmen auf die wesentlichen Arbeiten fokussieren können und weniger Zeit für unzureichende Einreichungen aufwenden müssen.

Portrait von Mag. Veratschnig persönlich zur Verfügung gestellt

Titelbild: industrieblick/stock.adobe.com