Die Hohe Kunst des Damaszenerstahlschmiedens

Bereits seit Jahrhunderten sind handgeschmiedete Messer und Schwerter aus Damaszenerstahl heiß begehrt. Die alte Schmiedekunst kann aber nicht mal schnell durch ein Youtube-Video erlernt werden. Es braucht einen erfahrenen Meister, der das Feuerschweißen vorzeigt und beim selber ausprobieren unterstützend zur Seite steht. In Kärnten ist das Markus Pirker.

Falten, verdrehen, kerben, schmieden, schleifen. Immer wieder. Feuerschweißen mit mehreren Lagen. Dann Beizen der geschmiedeten Oberfläche. So entsteht nach und nach beim Schmieden das berühmte Muster auf dem Damaszenerstahl. Diese Technik des Schmiedens ist uralt. Schon sehr früh in der Geschichte wurden Waffen aus Damaszenerstahl hergestellt, weil diesem eine gleichbleibende Schärfe und Zähigkeit mit gleichzeitiger Härte nachgesagt wird. Doch heute beherrschen nur noch wenige diese Art des Schmiedens. Schmiedemeister Markus Pirker ist in Kärnten einer davon.

Schmiedekenntnisse als Voraussetzung

Als Trainer gibt er sein Wissen am WIFI Kärnten an andere Messermacher und Schwertschmiede beim Damaszenerstahl-Schmiedekurs weiter. Damit die Teilnehmer während des Kurses die hohe Kunst des Damaszenerstahlschmiedens erlernen, müssen sie aber bereits gute Schmiedekenntnisse mitbringen. Denn die Technik sieht zwar einfach aus, erfordert jedoch einiges an Können und Erfahrung. Ein Grund, warum dieses Handwerk nicht so einfach mit Do-it-yourself-Anleitungen oder durch Videos erlernt werden kann.

Meine Kurse sind immer rasch ausgebucht und österreichweit einzigartig.

Manche Teilnehmer nehmen wiederholt daran teil, weil Pirker immer wieder neue Sachen zeigt und hilft, sich weiterzuentwickeln. „Es kommen auch Quereinsteiger, aber diese brauchen eine gute Basis, um den Damaszenerstahl schmieden zu können“, erzählt Pirker. Über die Jahrtausende hinweg ist das Interesse am Feuerschweißen ungebrochen. Seit 1998 unterrichtet er am WIFI Kärnten die alte Schmiedekunst.

Zum Schmiedemeister werden

Die Lehre zum Kunstschmied und Schlosser absolvierte Kursleiter Markus Pirker aus Patergassen in Kitzbühel, wo er auch einige Gesellenjahre verbrachte. 1981 machte er die Meisterprüfung und eröffnete 1982 einen eigenen Betrieb in Klagenfurt. Zur gleichen Zeit begann er mit den ersten Schmiedekursen. Damals ein Novum in Österreich. Inzwischen unterrichtet Pirker seit 38 Jahren und verlor nie die Freude daran. Die Leidenschaft an dem Handwerk treibt ihn immer wieder an, genauso wie das kreative, gestalterische Arbeiten.

Inzwischen hat seine Kunstschmiede ein Nachfolger übernommen. Aber als Trainer wird Pirker weiter Schmiedekurse am WIFI Kärnten anbieten, damit die alten Schmiedetechniken nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem engagiert er sich als Prüfer bei Lehrabschluss- und Meisterprüfungen. Er selbst bildete 16 Lehrlinge aus. „Die Schüler sind total fasziniert von dem Beruf, allerdings gibt es heutzutage nur noch wenig Lehrbetriebe. Hier braucht es einfach ein Umdenken in der Gesellschaft.“

Stolz auf alte Schmiedekunst

In seiner aktiven Zeit als Unternehmer konnte Pirker gemeinsam mit seinen Mitarbeitern einige prestigeträchtige Projekte und Restaurationen umsetzen. Zum Beispiel das Gitter beim Herzogstuhl oder das Kupferkreuz bei der Pestsäule in Klagenfurt. Das Bischofpalais zählt genauso dazu wie der Landhausbrunnen in Graz. Vieles wurde gemeinsam mit Kollegen restauriert. „Wir hatten immer ein Netzwerk, damit mehrere Schmiede gemeinsam größere Aufträge annehmen konnten“, berichtet Pirker. Und dieses Netzwerk ist bis heute erhalten geblieben.

Bei Stammtischen treffen sich Schmiedeinteressierte und tauschen sich aus. Auch unter den Kursteilnehmern sind bereits Freundschaften entstanden. „Ehrlich, miteinander und mit Leidenschaft für das Handwerk, das schweißt uns zusammen“, sagt Pirker. Auch der Jugend möchte er das mit auf den Weg geben. „Als Einzelkämpfer hat man es immer schwer, auch beim Schmieden.“ Zudem gebe es nichts Schöneres, als sein eigenes Werkstück zu machen. Egal, ob ein eigenes Messer, einen Flaschenöffner oder Schlüsselanhänger. Auf Handwerk darf man stolz sein und es gerne herzeigen.

Feuerschweißen von Stahl und andern Eisenwarenstoffen

„Ich hatte die große Möglichkeit, in Kitzbühel das Handwerk so zu lernen, wie es seit Jahrhunderten von Vater zu Sohn weitergegeben wird. Zurück in Kärnten war das für mich ein Vorteil, weil ich in Tirol in viele Geheimnisse des Schmiedens eingeweiht wurde. Das hat mich von Anfang an fasziniert“, erzählt Pirker.

Dieses Wissen teilt er mit seinen Kursteilnehmern. Das Damaszenerstahlschmieden hat er das allererste Mal 1997 HTL-Schülern in Ferlach gezeigt. Theoretisch davon zu hören ist das eine, es selber auszuprobieren das andere. So hält es der Schmiedemeister bis heute bei seinen Damaszenerstahl-Schmiedekursen, in denen handgeschmiedete Kunstwerke entstehen. Lage für Lage. Mit viel Geduld und uralter Technik.

 

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