Teamführung via Home Office – Tipps vom Führungskräftetrainer

Thomas Dodner ist WIFI-Trainer im Bereich des Führungskräftetrainings. Er verrät, wie man als Vorgesetzter seinen Mitarbeitern in Zeiten wie diesen via Home Office bestmöglich zur Seite steht, sie unterstützt, motiviert und aufkeimende Ängste minimiert.

Die Zahl der Arbeitslosen steigt, Kurzarbeit ist in aller Munde, die Krise noch lange nicht überstanden und die Wirtschaft gefährlich im Schwanken: Gerade jetzt kommt es auf die Führungskräfte an, die ihren Mitarbeitern zur Seite stehen. Stellt sich bloß die Frage: Wie führt man ein Team eigentlich aus der Ferne?

WIFI-Trainer und Geschäftsführer der Top Train Unternehmensberatung & Training GmbH, Thomas Dodner, weiß, worauf es jetzt ankommt: „Statt Leistungsorientierung steht nun die Ergebnisorientierung im Vordergrund. Die Beziehungs- und Vertrauensebene muss aufrecht erhalten bleiben. Es ist wichtig, sich eine eigene Struktur zu schaffen und diese mit sinnvoll angesetzten Pausen einzuhalten.“

Selbstdisziplin als hohes Gut 

An Selbstdisziplin sollte es einer Führungskraft jetzt nicht mangeln: „Man sollte darauf vorbereitet sein, dass jederzeit ein Online-Meeting stattfinden kann, ein gepflegtes Erscheinungsbild ist also auch im Home Office unerlässlich.“ Für ein konsequenteres Arbeiten mit Visionen und Zielen sollte man sich stets Tagesziele stecken. „Einen besonderen Stellenwert muss man den förderlichen Eigenschaften für die Mitarbeiter einräumen, Wertschätzung für den Einsatz und Lob für die erzielten Ergebnisse. Gerade das ist jetzt wichtig, da der persönliche Kontakt fehlt“, erklärt Dodner.

Persönliche Online-Meetings sind enorm wichtig

Trotz räumlicher Distanz können Führungskräfte durch tägliche, persönliche Online-Meetings oder Telefonate für ihre Mitarbeiter da sein.

Es geht um ein ehrliches Interesse an den jeweiligen Befindlichkeiten, um Vertrauen in die Leistungsorientierung und die Unterstützung bei der Arbeit mit Zielen.

Für eine neue Arbeitsroutine im Home Office benötigt man vor allem ein gewisses Maß an Strukturiertheit. „In weiterer Folge sind es dann individuelle Video-Konferenzen unter den Teammitgliedern sowie wöchentliche Feedback-Meetings, wo die Aufgaben der letzten Woche besprochen und offene Punkte diskutiert werden. Ebenso verhält es sich mit dem Stand der Zielerreichung, das Teilen von Erfolgen aber auch Misserfolgen verbunden mit Tipps und dem Besprechen der Ziele für die kommende Woche.“

Ehrliches Interesse ist gefragt

Führungskräfte, welche schon bisher kein ehrliches Interesse am „Fordern, Fördern und Kontrollieren“, also dem Leadership hatten, beziehungsweise (noch) nicht dafür qualifiziert waren, werden sich laut Dodner mit Home Office-Mitarbeitern noch schwerer tun: „Über den Bildschirm kann die gesamte Persönlichkeit nicht genauso wirken wie im persönlichen Kontakt. Das Desinteresse an Leadership-Aufgaben wird dann deutlich, wenn Ergebnisorientierung die Meeting-Themen dominiert. Das betrifft alle Branchen, deren Führungskräfte und Mitarbeiter künftig Home Office-Arbeitsplätze haben sollen.“

Selbst die Hürden erfolgreich meistern

Erst wenn eine Führungskraft selbst die Hürden des Home Office gemeistert hat, kann diese Mitarbeiter aufgrund der eigenen Erfahrungen sicher leiten. „Dafür haben wir unseren Kunden bereits E-Learning-Tutorials zur Verfügung gestellt. Zusätzlich stehen unsere Trainer selbst für Online-Coachings zur Verfügung.“

Die „Nummer 1 – Home Office Führungskraft“ werden

Auf die Frage, ob Home Office und die damit verbundenen Videokonferenzen künftig mehr und mehr unseren Arbeitsalltag bestimmen werden, ist sich Dodner gewiss: „Ja, überall dort, wo es möglich ist und die Mitarbeiter einen besonderen Vorteil daraus ziehen, werden Büroarbeitsplätze reduziert.“ Sein Ratschlag daher ist, danach zu streben die „Nummer 1 – Home Office Führungskraft“ zu werden: „Denn in dieser Zeit besteht die hohe Gefahr, dass wertvolle Mitarbeiter sich zu wenig wertgeschätzt fühlen und deren Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel steigt. Das heißt, dass die besten Mitarbeiter in Krisenzeiten sicher gewinnen werden. Entweder durch eine bessere Position im Unternehmen oder einen besseren Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmen.“ Die „Under-Performer“ dagegen werden sich laut Dodner auch weiterhin so gut es geht „verstecken“.

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