Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen – Wie gut sprechen Sie?

Sicher haben Sie bereits bei einem Sprachkurs oder einem Sprachbuch eine Buchstaben-Zahlenkombination wie A2 gesehen. Aber wissen Sie eigentlich, was das bedeutet? Hintergrund dazu ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen.

Was ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen?

Für eine bessere Vergleichbarkeit und Anerkennung von Sprachkenntnissen wurde der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen entwickelt. Hintergrund hierfür sind die sehr unterschiedlichen Sprachzertifikate in Europa gewesen, die sich in Anforderungen und Inhalten stark voneinander unterschieden haben.

Jetzt können Sie durch die Angabe Ihres Sprachlevels nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen bei Bewerbungen die potentiellen neuen Arbeitgeber europaweit einen besseren Eindruck machen als mit den Angaben Grundkenntnisse, fließend oder Muttersprachenniveau. Vor allem, wenn Sie die passenden Zertifikate vorlegen können.

Weitere Vorteile des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen sind die gemeinschaftliche Grundlage bei der Entwicklung von Lehrplänen, Lehrwerken und die Entwicklung von Prüfungen, der Abbau von Bildungsbarrieren, Konzentration auf die kommunikativen Kompetenzen Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben, sowie die Möglichkeiten Kultur und berufliches Umfeld zu berücksichtigen.

Sprachen lernen wird auf diese Weise sehr viel leichter, da Sie zum Beispiel Kenntnisse, die Sie im Ausland gewonnen haben, auf einen Sprachkurs in Österreich anrechnen lassen können, statt komplett von vorn beginnen zu müssen.

Die unterschiedlichen Sprachniveaus

Es gibt beim Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen die Niveaustufen A, B und C, die sich jeweils in nummerierte Unterstufen unterteilen lassen. Einige Für eine umfassende Einschätzung des Sprachlevels werden in der Regel Hör- und Leseverständnis, sowie die Fähigkeiten zum Sprechen und Schreiben geprüft.

Elementare Sprachverwendung: A

Jeder fängt mal klein an: A1 – Anfänger

Wenn Sie Sprachlevel A1 erfolgreich absolviert haben, bedeutet dies, dass Sie einfache Sätze, sowie vertraute, alltägliche Ausdrücke verstehen und verwenden können. Sie können konkrete Bedürfnisse befriedigen und mit Ihrem Gegenüber einfache Konversationen führen, insofern dieser langsam und deutlich mit Ihnen spricht und bereit ist zu helfen. Genauso sind Sie in der Lage, einfache Fragen nach dem Namen, Alter, Wohnort, Beruf u.ä. zu stellen und sogar selbst zu beantworten. Es ist Ihnen möglich, einzelne vertraute Wörter, Namen und Sätze auf Schildern oder Plakaten zu erkennen und zu übersetzen. Sie können einfache Formulare ausfüllen oder eine Postkarte schreiben.

Schritt für Schritt geht es weiter zu A2 – Grundlegende Kenntnisse

Mit A2 können Sie sich über Bereiche Ihres unmittelbaren Umfeldes unterhalten, wie zum Beispiel über die Familie, das Einkaufen, die Arbeit, die Wohnung und in einfachen, wiederholt vorkommenden Situationen verständigen.

Die Beschreibung der eigenen Herkunft, der Ausbildung, ihrer Umgebung können Sie mit einfachen Formulierungen bewerkstelligen. Ein direkter Austausch von Informationen zu Themen, die Ihnen vertraut sind, ist kein Problem für Sie. Vermutlich fällt es Ihnen noch schwer ein Gespräch in Gang zu halten und alle Details zu begreifen, aber zumindest verstehen Sie das Wesentliche von Ansagen und Mitteilungen.

Inzwischen können Sie sogar einen kleinen, einfachen, persönlichen Brief schreiben, sowie Notizen und Mitteilungen verfassen.

Selbstständige Sprachverwendung: B

Mit B1 klingt nicht mehr alles wie Bahnhof – Fortgeschrittene Sprachverwendung

Auf Reisen werden Sie die gängigsten Situationen ohne Probleme meistern und können inzwischen auch ohne größere Vorbereitung über Themen, die Ihnen vertraut sind, sprechen. Ihre Sätze sind noch einfach, aber Sie können inzwischen zusammenhängend über Erfahrungen, Ereignisse, Wünsche, Träume, Hoffnungen, Ziele und ähnliches erzählen und schreiben. Sie haben gelernt, Erklärungen zu Plänen und Meinungen zu geben, sowie Handlungen von Filmen oder Büchern wiederzugeben oder eigene kleine Geschichten zu erzählen. Außerdem verstehen Sie inzwischen Texte, die in alltäglicher Sprache geschrieben sind, aber auch Radio- und Fernsehsendungen, sofern langsam und deutlich gesprochen wird.

Immer mutiger werden mit B2 – Selbstständige Sprachverwendung

Längeren Redebeiträgen und Vorträgen können Sie inzwischen folgen, auch komplexe Argumentationen beunruhigen Sie nicht mehr. Außerdem lesen Sie inzwischen zeitgenössische literarische Prosa und verstehen Artikel und Berichte über aktuelles Geschehen und erkennen Haltung und Standpunkte.

Mit einem Muttersprachler ist Ihnen inzwischen ein normales Gespräch möglich, da Sie sich spontan fließend verständigen können. In vertrauten Situationen und zu vertrauten Themen können Sie sich aktiv in Gespräche einbringen und dabei zu den Themen Ihrer Interessensgebiete eine klare und detaillierte Darstellung geben. Sie sind inzwischen so weit, dass Sie Erläuterungen zu Standpunkten aktueller Fragen sowie zu Vor- und Nachteilen verschiedener Möglichkeiten geben können.

Kompetente Sprachverwendung: C

Hier geht‘s zu den Profis: C1 – Fachkundige Sprachkenntnisse

In Gesprächen können Sie sich spontan und fließend verständigen und gebrauchen die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Das präzise Ausdrücken von Gedanken und Meinungen gelingt Ihnen inzwischen genauso wie die geschickte Verknüpfung von Ihren Gesprächsbeiträgen mit denen von anderen. Schriftlich drücken Sie sich klar und gut strukturiert aus und stellen ihre Ansicht ausführlich dar. Für Sie wesentliche Aspekte stellen Sie hervor und wählen einen angemessenen Stil für den Lesenden. Spielfilmen und Fernsehsendungen können Sie inzwischen ohne Mühe folgen.

Als wären Sie damit aufgewachsen: C2 – Annähernd muttersprachliche Kenntnisse

Gesprochene Sprache zu verstehen macht Ihnen keine Mühe mehr, unabhängig davon in welcher Umgebung, in welcher Geschwindigkeit oder aus welchen Quellen zu Ihnen gesprochen wird.

Texte jeglicher Art, unabhängig davon wie abstrakt oder sprachlich komplex diese sind, können Sie ohne Probleme verstehen. Fachtexte und literarische Werke können Sie schriftlich besprechen und zusammenfassen.

Sprichwörter, Redewendungen und umgangssprachliche Formulierungen sind Ihnen vertraut und Sie können auch feinere Bedeutungsnuancen ausdrücken. Sachverhalte werden von Ihnen klar, flüssig und einem angemessenen Stil dargestellt und erörtert.

Durch den logischen Aufbau ihrer Darstellungen erleichtern Sie es den Zuhörern, wichtige Punkte zu erkennen und sich zu merken. Auch Ihre schriftlichen Erzeugnisse sind klar, flüssig und stilistisch sicher.

 

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