Was einen guten Coach auszeichnet

Ob beruflich oder privat, es gibt Situationen im Leben, da steckt jeder einmal fest. Aber mit einem gut ausgebildeten Coach kommt Bewegung in die Sache und die Handlungsfähigkeit wieder zurück. Was es braucht, damit das gelingt, wird am WIFI Kärnten im praxisorientierten Coaching-Lehrgang gezeigt.

Ratschläge können zwar gut gemeint sein, aber stellen den Ratgeber immer über den Ratsuchenden. Das ist ein Grund, warum viele Ratschläge nicht angenommen werden. Ein guter Coach verzichtet gleich von Anfang an darauf und stellt sich lieber in den Dienst des anderen. Er unterstützt bei der Suche nach einer Lösung, ohne Wege vorzugeben. „Weil ich Coach bin, bin ich bereit, dich dort abzuholen, wo du bist. Das Problem ist deines und die Lösung ist auch deine“, erklärt WIFI-Trainer Egon Darnhofer-Demar. Das ermögliche ein unendliches Panoptikum an Denk- und Lebensmöglichkeiten.

„Sich mit all diesen ganz verschiedenen Menschen so zu verbinden, dass am Ende etwas Besseres herauskommt und neue Handlungsräume entstehen, ist faszinierend und spannend an der Arbeit eines Coaches“, sagt Darnhofer-Demar. Kommunikation hat ihn bereits in der Schule interessiert. Später studierte er Philosophie, Psychologie sowie Deutsch, und unterrichtete während des Studiums. Als Mittelschulprofessor stolperte er in den 1980er Jahren über NLP und vertiefte sein Wissen über den systemischen Ansatz. „Jede Ausbildung, die ich machte, veränderte meine Praxis“, verrät er.

Befruchtendes Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis

Heute ist Darnhofer-Demar als Coach selbstständig und lehrt am WIFI. „Beides befruchtet sich gegenseitig. Alles, was ich selbst als Coach tue, kann ich gemeinsam mit den Kursteilnehmern in der Ausbildung reflektieren.“ Die Praxisorientiertheit ist gleichzeitig die große Stärke des Coaching-Lehrganges. Denn mit relativ einfachen Mitteln kann schnell etwas ins Positive verändert werden. Der Kern eines guten Coachings ist immer ein professionelles Gespräch mit einer klaren Struktur, geführt von jemanden mit einer hohen sozialen Kompetenz.

„Es geht darum herauszufinden, worum es dem Gesprächspartner geht und wie er das bekommen kann, was er will“, erklärt Darnhofer-Demar. Das kann ein Projekt sein, das jemand starten will oder Schwierigkeiten mit Mitarbeitern oder private Veränderungen. Und dabei gehe es immer darum, wie jemand mit anderen interagiert. „Beim systemischen Coaching wird ein Thema nie für sich alleine angesehen, sondern es geht auch darum, wie man etwas in Interaktion mit anderen umsetzen kann.“ Bei Live-Coachings im Rahmen der Coaching-Ausbildung am WIFI kann das unter professioneller Anleitung geübt werden. Dabei lernen die Teilnehmer die systemischen Zusammenhänge besser zu verstehen.

„Niemand ist allein im Universum. Alle sind mit allen anderen verbunden“, erklärt Darnhofer-Demar. Das kann entweder aus Opferperspektive erlebt werden oder aus einer aktiven Rolle, indem man am Geschehen teilnimmt. „Letztendlich geht es im Coaching auch darum, dass eine Person beginnt zu begreifen, wie viel Einfluss sie auf ihr Leben nehmen kann und bei Weitem nicht so hilflos ist, wie sie vielleicht zu Beginn des Gespräches geglaubt hat.“

Diplomierter Coach mit ersten Erfahrungen

„Uns geht es wirklich um das Können und die praktische Kommunikationsfähigkeit.“ Deshalb brauchen Interessenten für den Coaching-Lehrgang keine akademischen Titel oder bestimmte Fortbildungen vorweisen, sondern die Bereitschaft ihre eigene Kommunikation zu erneuern und zu erweitern. Gemeinsam wird geübt und reflektiert. Thematisch drehen sich die Ausbildungseinheiten um Veränderungen, persönliche Kommunikationsmuster, Umgang mit Ressourcen, Konfliktmanagement, Verhandlungen, Projektmanagement, Wirkmechanismen in Teams und die Arbeit als Coach.

Selbst wenn jemand später nicht selbstständig als Coach tätig sein möchte, bereichert das Erlernte den beruflichen Alltag – egal, in welcher Branche oder welchem Beruf man tätig ist. Der Lehrgang ist eine Möglichkeit, um seine Kommunikation nachhaltig zu optimieren und Gespräche besser zu führen. „Das unterscheidet diesen Lehrgang von vielen anderen Coaching-Ausbildungen, bei denen häufig nur ein Kommunikationstool nach dem anderen vorgestellt wird. Durch das praktische Tun bekommt die Ausbildung eine andere Qualität“, ist Darnhofer-Demar überzeugt.

Zusätzlich zu den Präsenzphasen tauschen sich die Teilnehmer zwischen den Blöcken in Peergroups miteinander aus. Praxisaufgaben für Zuhause sollen zum eigenen Ausprobieren anregen und den Fokus auf die innere Achtsamkeit legen. Den Abschluss der Ausbildung bildet eine schriftliche Arbeit, bei der die persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Coachingwerkzeugen im Mittelpunkt stehen. Nach dem positiven Abschluss können die Teilnehmer des Lehrganges unter Nachweis formaler und praktischer Kriterien auch die Zertifizierungsprüfung „Certified Coach nach EN ISO 17024“ ablegen.

Coaching als Handwerk

Eine gute Ausbildung legt den Grundstein für die erfolgreiche Arbeit als Coach. Wer für einen selbst der perfekte Coach ist, hängt auch immer von der zwischenmenschlichen Chemie ab. „Wenn ich als Klient das Gefühl habe, dass mich der Coach unterstützt und mir zuhört, ist er der Richtige. Deshalb ist das Erstgespräch entscheidend“, weiß Darnhofer-Demar aus eigener Erfahrung. In der ersten Stunde mit dem Klienten kommt es auf die Kommunikationsfähigkeit des Coaches an. Diese kann jeder in Aus- und Weiterbildungen ausbauen. Vorausgesetzt man ist selbst dazu bereit, Neues zu lernen und alte Gewohnheiten über Bord zu werfen. So kann die eigene Persönlichkeit Schritt für Schritt weiterentwickelt werden.

 

 

Fotos zur Verfügung gestellt von Mag. Darnhofer-Demar