Wie WIFI-Kurse entstehen

Motivieren Sie Ihren persönlichen Schweinehund“, „Art Welding – Kunstschweißen für Einsteiger“ oder vielleicht doch die „Basis-Ausbildung zum Investor und Trader von Kryptowährungen“? Ein so breites Ausbildungsangebot wie am WIFI Kärnten findet man kaum woanders unter einem Dach. Doch woher kommen die vielen Ideen? Noch viel wichtiger: Wie wird aus einem ersten Geistesblitz am Ende des Tages ein ausgebuchter Kurs?

Wenn Geistesblitze Geschichten schreiben und Beobachtungen Bände sprechen

So ein WIFI-Kurs bringt einen beruflich weiter, schafft Perspektiven und macht so ganz nebenbei auch noch Spaß. – Das ist jedenfalls der Plan, den sich die Produktmanager machen, wenn sie morgens in ihrem Büro eintreffen. Sozusagen noch vor dem ersten Kaffee wird der Denkmotor angeworfen: Gibt es Neuerungen? Was sagen die Besucher der vergangenen Kurse? Wurden bei Messen oder in Medien Entdeckungen gemacht?

Wirtschaft bestimmt mit

Sprichwörtlich fängt nur der frühe Vogel den Wurm und das WIFI ist bei den Kursen immer nah an der aktuellen Wirtschaftslage. Immer wieder im Fokus steht die Frage „Was wird am Markt gebraucht?“. „Die vielen Funktionäre der Wirtschaftskammer sind immer wieder zu Ideengebern geworden“, erzählt Karl Pleßnitzer, einer der Referatsleiter am WIFI Kärnten. Er plant seit einigen Jahren Kurse in den Bereichen Management, Unternehmensführung, Betriebswirtschaft, Marketing, Verkauf, Handel und Export. So muss er immer genau abschätzen können, was in der Arbeitswelt gefragt ist. „Bildungsbedarfserhebungen“ nennt der Experte es in der Praxis.

Einige Kurse werden österreichweit koordiniert. In der Zentrale des WIFI Österreich wird der Markt generell im Blick behalten. Durch die Lappen geht dem Weiterbildungsinstitut also kaum ein Thema. Und wenn doch, wird nachgebessert. Immerhin entstehen jährlich etliche neue Kurse. Andere wiederum werden verändert, der Lehrplan angepasst.

Manche fallen auch aus, weil die Nachfrage nicht stimmt oder andere Technologien oder Erkenntnisse das Themengebiet überholt haben. „Am Ende des Tages muss jedoch immer der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken“, weiß Pleßnitzer. Die Bildungsangebote unterliegen dem typischen Wandel in der Gesellschaft und Wirtschaft. Die Herausforderung für das WIFI und seine Mitarbeiter? „Jahr für Jahr müssen markttaugliche und verkäufliche Bildungsprodukte entwickelt werden!“

Tipps aus der Praxis

Spätestens, wenn die Referatsleiter und das WIFI selbst einmal drohen, den Absprung bei einem Weiterbildungsangebot zu verpassen, treten die vielen Trainer ins Bild. Die meisten haben jahrelange Erfahrung in der Praxis und unterrichten außerdem zahlreiche Interessierte. Ihr Feedback sorgt oft für kreative Neuschaffungen. Fehlt vielleicht Etwas, was einige noch in einem Kurs beim WIFI lernen möchten? Auch Kursteilnehmer sind gefragt, ihre Meinung zu äußern.

Manchmal entstehen die Kurse auch aus dem Zufall heraus. Ein Bericht in einer Fachzeitschrift oder ein Beitrag im Fernsehen kann Anstoß sein, ein neues Themenfeld aufzubrechen. Ein neues System im Netz, neue Techniken oder Erfindungen am Markt? Da reagiert das WIFI blitzschnell und magaziniert den Kurskatalog dementsprechend auf. Auch Gesetze können zu neuen Kursen führen.

Neuer Kurs – Neuer Trainer

Ist das Kursthema einmal gefunden, geht die Suche nach dem passenden Trainer weiter. Pleßnitzer: „Einerseits bewerben sich während des Kursjahres viele Trainer aus Eigeninitiative am WIFI und andererseits sucht das WIFI gezielt nach Experten aus der Praxis.“ Oft läuft es über Empfehlungen aus dem bestehenden Trainernetzwerk. „In Einzelfällen werden auch Trainerjobanzeigen geschalten oder bewährte Trainer von anderen Landes-WIFIs rekrutiert.“, erklärt der Referatsleiter, der auch selbst schon oft zum Schüler wurde.

Eine gewisse Eigenerfahrung ist bei der Kursplanung nämlich von Vorteil. Pleßnitzer hat schon viele Kurse besucht – auch bei anderen Anbietern:

Das hohe Ausmaß an Praxisbezug, verbunden mit dem absolut unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis, macht für mich das WIFI einzigartig.

Nicht umsonst ist es die größte berufliche Erwachsenenbildungseinrichtung Österreichs. Eines seiner Highlights: Der akademische „Business Manager MSc“, der in Kooperation mit der Universität Klagenfurt angeboten wird. Pleßnitzer: „Dieser Lehrgang verbindet für mich eine Gesamtheit an wirtschaftlichem und führungstechnischem Know-how, das jeder Geschäftsführer oder jede Führungskraft in der mittleren und oberen Managementebene haben sollte!“ Auch die vielen Sprachkurse mit Native Speakern als Lehrpersonen sind für ihn eine Besonderheit.

Einer braucht den Überblick

Organisiert wird jeder Kurs von der Themenfindung über die Trainersuche bis hin zur operativen Durchführung von den einzelnen Referaten am WIFI. Diese sind thematisch geclustert. Pleßnitzer kümmert sich etwa um Bilanzbuchhalter, Manager oder Marketing-Experten: „Die komplette Organisation von Kursen, beginnend von der Idee, der Konzeption, der Ressourcen-Sicherstellung, der Planung, der Bewerbung, der Durchführung bis hin zum After-Sales obliegt dem jeweiligen Produktverantwortlichen mit seinen Mitarbeitern.“

Manche Themen betreffen mehrere Bereiche. Beim WIFI Kärnten können etwa auch eigene Firmen-Intern-Trainings gebucht werden. Die gesamte WIFI-Kurspalette kann dann individuell auf ein einzelnes Unternehmen abgestimmt werden. „Hierzu wird insbesondere auf die Bedürfnisse von Firmen und deren Spezifika eingegangen. So sind zum Beispiel Veranstaltungsort, Dauer, Uhrzeit und vor allem das auf das Unternehmen maßgeschneiderte Bildungskonzept die Vorteile eines solchen Individualauftrages“, erklärt Pleßnitzer.

Firmen-Intern-Trainings lohnen sich oft, wenn es sehr spezifische Themengebiete sind, die geschult werden sollen. Außerdem ist es möglich ganz individuell zu planen: Herrscht Schichtbetrieb und sind nur bestimmte Uhrzeiten nutzbar? Sind spezielle Räumlichkeiten oder Maschinen notwendig? Muss gleich der gesamte 200-Mann-Betrieb etwas Neues kennenlernen?

Wenn’s läuft, dann läuft’s… oder auch nicht

Neue Bildungsangebote sind nicht immer sofort die absoluten Renner. „Wie schnell sich ein neuer Kurs am Markt etablieren kann hängt stark auch von externen Faktoren, wie zum Beispiel von gesetzlichen Notwendigkeiten einer erforderlichen Kompetenz beziehungsweise von notwendigem Wissen und nachweisbaren Qualifikationen ab“, weiß der erfahrene WIFI-Mitarbeiter. Grundsätzlich gilt: Wird ein Kurs aufgrund einer Neuerung in Technik oder Justiz geschaffen, etabliert er sich schnell. Immerhin ist man ohne die Qualifikation vielleicht am Markt ein „alter Hase“. Andere Kurse, die etwa eher aus subjektiven Interessen heraus entstehen, brauchen oft eine längere Anlaufzeit.

Nur wer immer weiter lernt, kann seine Ziele auch erreichen. Das WIFI Kärnten bietet über 3.000 Kurse, Seminare und Lehrgänge an. Das garantiert eine punktgenaue Abstimmung auf die individuellen Interessen der Kursteilnehmer. Also: Lern dich weiter!