Mitarbeiterführung als Schlüssel zum Erfolg

In Zeiten, in denen die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, neue Technologien gefühlt wöchentlich auf den Markt kommen und immer mehr Menschen auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten, ist es nur logisch, dass sich auch in der Mitarbeiterführung einiges verändern muss.

Steife Führungsmethoden und das strikte Durchsetzen von Arbeitsanweisungen sind bereits genauso veraltet wie das letzte Handymodell. Die früheren hierarchischen Managementstrukturen gelten heutzutage nicht mehr. Die Mitarbeiter wollen gehört und ernst genommen werden. Vor allen Dingen wünschen sich Mitarbeiter mehr Verantwortung und ein bisschen mehr Freiheit.

Der Grund für diesen Wandel liegt unter anderem in den zunehmenden psychischen Erkrankungen, die in vielen Fällen durch ein zu hohes Stresslevel und ständige Unzufriedenheit entstehen. Angestellte neigen dazu, den Stress mit nach Hause zu nehmen. Die Arbeits-Emails werden abends nochmal gecheckt, im Bett wird über die bevorstehenden Termine nachgedacht und am Wochenende steht nur noch Erholung auf dem Plan, weil für besondere Unternehmungen keine Energie mehr da ist. Und am Montag geht die Tretmühle wieder von vorne los. Es ist kein Wunder, dass viele Angestellte im Laufe ihrer Karriere an Depressionen oder Burnout erkranken. Und das Gleiche gilt für Führungskräfte.

Was hat die Mitarbeitergesundheit damit zu tun?

Gerade psychische Erkrankungen bedeuten Ausfälle in der Belegschaft, die wochen- oder auch monatelang andauern können. Es gilt, mit solchen Situationen nicht mehr nur umzugehen, sondern sie aktiv zu vermeiden. Aus einem einfachen Grund: Zufriedene Mitarbeiter sind selten krank.

Dies bestätigt zum Beispiel der Fehlzeitenreport der AOK. Umfragen zufolge ist es wichtiger, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Die Bezahlung spielt dabei mittlerweile eine geringere Rolle. Die Work-Life-Balance dagegen ist für viele Angestellte nicht mehr wegzudenken. Mitarbeiter zufrieden, alle zufrieden?

In den meisten Fällen stimmt das tatsächlich.Sind die Mitarbeiter zufrieden, erhöhen sich die Leistungsbereitschaft, das Zugehörigkeitsgefühl, die Produktivität und die Effizienz. Zufriedene Mitarbeiter erhöhen also den Erfolg des gesamten Unternehmens.

Doch wie können Managementstrukturen und Mitarbeiterzufriedenheit vereint werden?

Führungskräfte müssen zunächst akzeptieren, dass Führung immer mit Selbstführung beginnt. Das bedeutet, dass Führungskräfte als positive Vorbilder auftreten sollten. Wenn der Chef beispielsweise mit Konflikten fair und ehrlich umgeht, wird sein Team diese Vorgehensweise übernehmen. Dafür ist es oft erforderlich, dass der Chef erst einmal an sich selbst arbeitet.

In der heutigen Zeit sollte eine Führungskraft unter anderem die folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • Achtsamkeit
  • Selbstbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Fairness
  • Strukturiertheit
  • Menschenkenntnis
  • Selbstkritik

Das sind nur die menschlichen Fähigkeiten, die benötigt werden, um Mitarbeiter erfolgreich zu führen. Daneben gilt es natürlich auch noch, fachlich versiert zu sein.

Menschlich gesehen aber, sind die oben genannten Fähigkeiten sehr wichtig. Eine Führungskraft muss zum Beispiel in der Lage sein, selbstbewusst aufzutreten, aber auch selbstkritisch mit der eigenen Person umzugehen. Sie muss ihren Mitarbeitern zuhören, auf sie eingehen und konstruktive Lösungen für ein Problem finden. Weiterhin ist es wichtig, in extremen Stresssituationen gelassen zu reagieren. Wie sollen die Mitarbeiter ruhig bleiben, wenn der Chef mit hochrotem Kopf über die Gänge poltert? Fingerspitzengefühl ist gefragt.

Achtsamkeit in der Mitarbeiterführung?

Gerade Achtsamkeit rückt heutzutage immer mehr in den Vordergrund. Viele große Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern Meditationsräume zur Verfügung. Durch regelmäßiges Meditieren sinkt das Stresslevel bzw. das Stressempfinden. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte können davon profitieren. Das Meditieren führt zu mehr Gelassenheit und macht den Kopf wieder frei. Die Konzentrationsfähigkeit kann dadurch enorm gesteigert werden und viele Konflikte können auf diese Weise vermieden oder abgeschwächt werden.

Mitarbeiterführung ist vor allem eines: Kommunikation!

Eine funktionierende Kommunikation ist das A und O eines angenehmen Betriebsklimas. Die Beispielliste ist lang, wenn man überlegt, in welchen Bereichen Kommunikation wichtig ist:

  • Arbeitsanweisungen
  • Verbesserungsvorschläge
  • Konflikte mit dem Vorgesetzten
  • Konflikte innerhalb der Belegschaft
  • Krisenmanagement
  • Fehlerbehebung
  • Vertragsverhandlungen (Arbeitsverträge, Lieferantenverträge, etc.)

Nicht umsonst heißt es:

Sprich, so wird dir geholfen.

Chef und Mitarbeiter müssen Probleme ansprechen und gemeinsam Lösungen finden. Wenn Fehler passieren – was in jedem Lebensbereich nur menschlich ist – sollte das unbedingt thematisiert werden. Schuldzuweisungen machen hier aber keinen Sinn. Es gilt, eine optimale Lösung zu finden und im besten Fall dafür zu sorgen, dass sich der Fehler nicht wiederholt.

Nicht jedem fällt es leicht, Probleme offen anzusprechen oder andere Menschen, in diesem Fall Mitarbeiter, zu motivieren. Nicht jeder ist zur Mitarbeiterführung geboren. Und nicht jeder kann seine Interessen durchsetzen. Doch jeder kann es lernen.

Wie kann Mitarbeiterführung erlernt werden?

Spezielle Führungskräftetrainings, die Themen wie Kommunikation, Konfliktmanagement, Verhaltensweisen, Festlegung von Unternehmenszielen, etc. beinhalten, können ein Schritt in die gewünschte Richtung sein. Solche Coachings richten sich an Führungskräfte und Mitarbeiter mit Personalverantwortung. Dabei wird das Führungsverhalten analysiert und beurteilt und es werden hilfreiche Tipps gegeben, die im täglichen Kontakt direkt umgesetzt werden können.

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