Von der Kellnerin zur Immo-Expertin

Andrea Korak-Lexe weiß, was sie will: mehr Wissen! Die Klagenfurterin geht unter dem Motto „Man hat nie ausgelernt“ durchs Leben. Auf diese Art und Weise hat sie bereits ihren zweiten Traumjob gefunden.

Auf geht’s! Vom Nichtstun hält Andrea Korak-Lexe nicht viel. Noch weniger hält sie nur vom Nichtswissen! Und darum hat sie in den vergangenen 20 Jahren in Sachen Weiterbildung so richtig Gas gegeben. Die Palette der absolvierten Kurse reicht von Ausbildung zum Diplomsommelier über die Unternehmerprüfung bis hin zur Immobilien-Befähigungsprüfung. Und das dürfte noch lange nicht alles gewesen sein…

Wie man Ziele am besten erreicht? Andrea Korak-Lexe kennt die Antwort:

Einfach aufstehen und machen! Wenn man etwas will, muss man selbst die Initiative ergreifen.

Die Klagenfurterin weiß, wovon sie spricht. Schon mehrfach hat sie sich dazu entschlossen, etwas Neues anzugehen. Beispielsweise nach der HBLA in Villach, die sie zwar abschloss – aber ohne positivem Maturazeugnis. Entmutigen ließ sie sich davon nicht, sondern sie suchte sich eine neue Herausforderung: „Die fand ich in der Gastronomie. Ich habe mit Herz und Leidenschaft in der Gastronomie gearbeitet, dort die Lehre abgeschlossen – und auch viele Kurse besucht, wie beispielsweise die Ausbildung zum Diplomsommelier.“

Weil ihr Wissens- und Fortbildungsdrang groß waren, machte sie immer weiter und schloss schließlich auch die Abendmatura am WIFI Kärnten positiv ab. „Dafür war schon eine gewisse Disziplin nötig. Man muss die Kurse besuchen und seine Pausen zum Lernen nutzen. Das ist nicht immer einfach.“ In ihrem Fall bedeutete das: Wenn die Kolleginnen in die Mittagspause gingen, setzte sie sich in eine ruhige Ecke, um zu lernen. Und abends, nach einem anstrengenden Tag im Service, setzte sie sich auch wieder zu den Büchern. „Manchmal fehlt einem schon die Motivation. Aber dann muss man weitermachen und immer sein Ziel vor Augen behalten“, sagt Andrea Korak-Lexe.

Von einem Traumjob zum nächsten

Mit ihrer Arbeit in der Gastronomie war sie „rundum glücklich“, wie sie selbst sagt. Und doch kam der Moment, an dem sie entschied, etwas anderes tun zu wollen. „Als ich mit 37 Jahren meinen Mann kennenlernte, entschied ich mich dazu, die Branche zu wechseln. Unsere Arbeitszeiten waren einfach unvereinbar.“ Und so kam es, dass sie in die Baubranche wechselte, nämlich zu einem Bauträger. „Die Arbeit hat mir auch gleich auf Anhieb gefallen, aber nach einiger Zeit wollte ich über mehr Wissen verfügen“, erzählt sie. Gesagt, getan: Kurze Zeit später hatte sie sich bereits für den Vorbereitungskurs auf die Befähigungsprüfung der Immobilienmakler, -verwalter und Bauträger angemeldet. Was folgte, waren wieder Monate des Lernens. Vom Wohnrecht über die Richtlinien der Hausverwaltung bis hin zum Versicherungswesen: Die Bandbreite bei dem Kurs war groß. „Man lernt die unterschiedlichsten Bereiche kennen. Es ist sehr umfangreich und interessant.“

Mittlerweile hat sie die Befähigungsprüfung bereits erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun als Immobilientreuhänderin bei einem Klagenfurter Bauträger. Doch was macht man da eigentlich?

Hier ein kurzer Überblick:

  • Ein Bauträger ist ein Unternehmen, das Wohn- und Gewerbeimmobilien baut und gewerblich vertreibt. Der Bauträger kauft das Grundstück und baut auf eigenes Risiko. Er beauftragt sämtliche Bauleistungen – angefangen von der Planung über die behördlichen Genehmigungen bis zur Bauausführung durch Baumeister, Maler, Tischler, Schlosser, Fliesenleger, Elektriker und andere Subunternehmer. Die Kunden können das fertige Haus oder die einzugsfertige Wohnung übernehmen.
  • Bauträger helfen Kunden auch dabei, wichtige Fragen zu beantworten. Wie beispielsweise: Welche Wünsche und Vorstellungen hat man an sein Traumhaus oder seine Traumwohnung? Sie unterstützen Käufer bei der Umsetzung von Ausstattungswünschen und klären über mögliche Mehrkosten auf. Auch in Sachen Wohnbauförderung und Finanzierung von Eigentum werden die Kunden bestens beraten. Beim Bau selbst sind detaillierte Planung, termingerechte Ausführung und Kostentransparenz selbstverständlich.
  • Die Häuser und Wohnungen werden vom Bauträger neu errichtet. Das bedeutet in vielen Fällen auch, dass Kunden, die sich frühzeitig für die Immobilie entscheiden, beim Bau mitgestalten können. Gleichzeitig sparen sie sich die Überwachung der Arbeiten am Bau. Sie nehmen nur das fertige Haus oder die fertige Wohnung bei der Endabnahme ab.
  • Bauträger übernehmen folgende Tätigkeiten für ihre Kunden:
  • Grundstücksbeschaffung;
  • Prüfung der Projektvoraussetzungen;
  • Projektentwicklung;
  • Entwicklung des Bau- und Nutzungskonzeptes und der Finanzierungskonzeption;
  • Baureifmachung;
  • Zusammenstellen und Leiten des Teams der Planer und Baubeschaffenden und Gesamtprojektleitung sowie
  • Verwertung (Organisation der Vermietung oder des Verkaufs an Konsumenten oder Investoren).
  • Der Bauträger trägt die Verantwortung für das gesamte Bauvorhaben.

Es gibt also allerhand zu tun bei einem Bauträger. Hier profitiert Andrea Korak-Lexe auch von ihrer Erfahrung durch die Gastronomie: „Menschenkenntnis ist bei meiner Arbeit sehr wichtig, und das lernt man im Service. Dort hat man ständig mit Gästen zu tun.“ Heute braucht sie diese Menschenkenntnis für Gespräche mit Mietern oder Interessierten, die bald zu Mietern werden könnten.

Ihr Rat an alle, die gerade darüber nachdenken, einen Kurs zu besuchen und sich weiterzubilden: „Einfach angehen! Man muss sich nur etwas vornehmen und dann dabei bleiben.“ Flexibel zu sein und neue Herausforderungen anzupacken, ist ihre stete Devise. Und so verwundert es auch nicht, dass Andrea Korak-Lexe bereits die nächste Herausforderung im Auge hat: „Ich habe mir schon überlegt, einen Sprachkurs zu besuchen. Es gibt immer wieder etwas Neues zu lernen.“ Auch der finanzielle Aspekt sollte nicht abschrecken, sagt sie: „Natürlich kosten die Kurse etwas. Aber es gibt viele Fördermöglichkeiten. Man muss sich einfach nur informieren. Und aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Jeder absolvierte Kurs bringt einen weiter!“

Experten rund um Haus & Co

Wussten Sie, dass….

….Immobilienmakler, Immobilienverwalter und Bauträger unter dem Oberbegriff „Immobilientreuhänder“ zusammengefasst werden? Sie sind die Experten rund um Häuser, Wohnungen und Liegenschaften.

… es sich dabei ein reglementiertes Gewerbe handelt, dessen Ausübung nur mit entsprechender Befähigung möglich ist?

Hier noch mehr Infos über die Arbeit der Immobilientreuhänder:

Immobilienmakler führen Angebot und Nachfrage zusammen. Dafür ist eine umfassende berufliche Ausbildung nötig: Immobilienmakler müssen neben rechtlichem Wissen (von Handelsrecht bis Grundbuchsrecht) auch über spezielle Kenntnisse hinsichtlich der Bewertung von Immobilien verfügen. Zum Tätigkeitsbereich des Immobilienmaklers zählt unter anderen:

  • Die Vermittlung des Kaufes, Verkaufes und Tausches von Grundstücken sowie von Rechten an Immobilien.
  • Die Vermittlung von Bestandverträgen über Immobilien.
  • Den Handel mit Immobilien, einschließlich des Mietkaufes.

Immobilienverwalter sind Organisatoren, Administratoren und Treuhänder in einer Person.
Sie kümmern sich um die Bewirtschaftung der Immobilien, die ihnen anvertraut wurden. Zu ihren Aufgaben zählen:

  • Die Verwaltung von bebauten und unbebauten Liegenschaften sowie die Obsorge für deren Erhaltung, Instandsetzung, Verbesserung und Sanierung.
  • Das Inkasso von Geldbeträgen sowie die Leistung von Zahlungen.
  • Die steuerliche Beratung und Verfassung von Eingaben an die Finanzbehörden für Haus- und
    Wohnungseigentümer.
  • Verwaltungstätigkeiten für einzelne Miteigentümer einer Liegenschaft, insofern hieraus kein
    Interessenskonflikt entsteht.
  • Die Durchführung einfacher Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten.

Bauträger übernehmen die Abwicklung von Bauvorhaben. Welche Aufgaben konkret, wird durch die Art des Bauvorhabens bestimmt und jeweils individuell vereinbart. Der Tätigkeitsbereich von Bauträgern umfasst:

  • Die organisatorische und administrative Abwicklung von Bauvorhaben oder Sanierungen auf eigene oder fremde Rechnung.
  • Die Verwertung von Gebäuden.
  • Vertretung der Auftraggeber vor Verwaltungsbehörden, Fonds, Förderungsstellen, Körperschaften öffentlichen Rechts und vor Gericht (sofern kein Anwaltszwang besteht).