Vom Hilfsarbeiter zum Werkmeister

Für Markus Habich sind die größten Erfolge zufriedene Kunden. Trotz hohen Stressfaktors behält der Gebäude- und Installationstechniker einen kühlen Kopf – auch wenn es manchmal um Leben und Tod geht.

„Das WIFI rollt einem den Teppich aus – man muss nur darauf gehen“, sagt Markus Habich, der den Gang auf diesem Teppich mit Bravour meisterte. Er hängte seinen Job als Postbediensteter an den Nagel und nahm einen Hilfsarbeiterjob in einer Installationsfirma an – ohne jeglichen Abschluss. Jetzt ist er Werkmeister für Gebäude- und Installationstechnik, hat seit drei Jahren seinen Lehrabschluss in der Tasche, hat die Unternehmerprüfung absolviert und gibt sein Know-how im WIFI Technikzentrum in Klagenfurt weiter.

Werkmeisterausbildung mit Auszeichnung

„Den Installateur von damals gibt es nicht mehr“, behauptet Habich und nippt im WIFI-Café an seinem gespritzten Apfelsaft. Für den Hobbysportler ist die Gebäude- und Installationstechnik eines der spannendsten Themen. Mit leuchtenden Augen erzählt er, wie heute alles mit dem Smartphone verbunden ist und man Häuser – und natürlich auch die Heizung – mit dem Tablet steuern kann. Deshalb ist für ihn die Ausbildung das Um und Auf und er setzt sich dafür ein, dass der Nachwuchs mit solidem Wissen zur Lehrabschlussprüfung antritt. „Ich bereite die Lehrlinge auf die Prüfung vor und will ihnen vor allem die Angst vor der Prüfung nehmen“, sagt Habich, der selbst seine Werkmeisterausbildung mit Auszeichnung bestand und dafür zuhause sogar Lerngruppen organisierte.

Kommunikation und Soft Skills

Organisiert muss er auch in seinem jetzigen Job im Kundenaußendienst sein, Termine planen, Kundengespräche führen und Schreibarbeit leisten. Auch dafür besuchte Habich Kurse: „Kommunikation und Soft Skills sind in meinem Job unverzichtbar.“ Denn oft sei es schon sehr stressig, so Habich, der aber trotz 10-Stunden-Tag eine angenehme Ruhe ausstrahlt. Gegen den Stress hat er aber kein Rezept, „der ist einfach da und das macht mir nichts aus“. Für ihn ist es Genugtuung, wenn die Kunden zufrieden sind und alles wieder funktioniert. Und dass eine Gasheizung auch perfekt funktionieren muss, das wird spätestens dann klar, wenn Habich sagt: „Es geht um Leben und Tod.“ Denn wenn eine Therme durchgerostet ist und eventuell Kohlenmonoxid austritt, dann „schläfst du ein und das war’s“, sagt Habich ernst.

Leistung muss stimmen

Ernst meint es Habich auch, wenn es um seine berufliche Zukunft geht – und seine Zukunft am WIFI. „Wir sind gerade dabei, eigene Kurse für Quereinsteiger zu gestalten“, sagt der ledige Vater einer Tochter, der in der Woche rund zehn Stunden für das WIFI aufbringt und in den Werkräumen selbst Hand angelegt hat. „Ich habe hier die Heizkessel getauscht und den Werkraum modernisiert.“ Mit Stolz zeigt er die Gastherme, die er im Werkraum selbst angebracht hat und die den Lehrlingen als Beispiel dient. „Hier müssen sie alles erklären können“, sagt Habich, denn die Leistung müsse stimmen und es solle einem auch nichts geschenkt werden. Schließlich will Habich selbst, dass viele über den Teppich gehen, den das WIFI für seine Teilnehmer ausgerollt hat.

 

Zur Person:

Markus Habich begann seine berufliche Laufbahn mit einer Lehre bei der Post im Verwaltungsdienst und in der Logistik. Er ist Vater einer Tochter und zählt neben Sport und Natur die Arbeit am WIFI zu seinen Hobbys. Nach seiner Lehre heuerte Habich mit 27 Jahren bei einer Installationsfirma als Hilfsarbeiter an. Das weckte sein Interesse für Technik. Als außerordentlicher Schüler der Werkmeisterschule holte er die Lehrabschlussprüfung als Heizungstechniker und Gas- und Sanitärtechniker mit 39 Jahren nach, legte die Werkmeister- und Befähigungsprüfung in der Gebäude- und Installationstechnik ab und absolvierte auch die Unternehmerprüfung. Derzeit ist er bei der Firma Bosch im Außendienst tätig, hält Kurse zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung und gibt sein technisches Know-how in der Werkmeisterschule am WIFI weiter.

 

Die WIFI Werkmeisteschulen im Überblick: