Die Essenz der Resilienz

Wer in Krisensituationen optimistisch und widerstandsfähig bleibt, verfügt über eine hohe Resilienz. Weniger belastbare Menschen haben es im Alltag schwerer. Doch die Fähigkeit, Widrigkeiten zu trotzen, kann trainiert werden. Positiv denken, Selbstwert pflegen: Mit diesen Tipps stärken Sie Ihre Resilienz.

Was ist Resilienz?

Misserfolge, Stress und Krisen sind ein Teil des Lebens. Manche gehen positiv damit um und bleiben auch in schwierigen Situationen standhaft. Für andere Menschen bedeutet der Verlust des Berufs oder andere Schicksalsschläge eine unüberwindbare Krise. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen: die Ausprägung der Resilienz.
Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandskraft. Je stärker sie ausgeprägt ist, desto zielgerichteter und zufriedener kann in guten und in schlechten Situationen agiert werden. Eine niedrige Resilienz lässt sich durch verschiedene Maßnahmen gezielt verbessern. Dazu ein paar wertvolle Tipps:

Die Essenz der Resilienz: Positives Denken üben

Der Schlüssel zu mehr Resilienz ist positives Denken. Im Leben gehen Freude und Leid miteinander einher. Wer resilient ist, nimmt die positiven Gefühle stärker wahr und akzeptiert das Leid, ohne sich länger als notwendig damit zu befassen. Ein Glückstagebuch kann helfen, sich die positiven Erlebnisse des Tages bewusst zu machen und dadurch die positiven Aussichten zu fördern.
Für viele Menschen bedeutet das Aufschreiben von Ereignissen, Gedanken und Gefühlen eine emotionale Befreiung. Der „Ballast“ fällt von der Seele ab, wenn all jene Dinge, die uns tagtäglich beschäftigen, niedergeschrieben werden. Führen Sie ein Tagebuch, in dem Sie Ereignisse und Situationen notieren, die Sie beschäftigen. Vor allem während einer Krise oder nach einem Schicksalsschlag kann das Aufschreiben der eigenen Gefühlswelt Linderung bringen. Es fördert die psychische Heilung und hilft dabei, die Gedanken zu sortieren.
Eine Studie der Pennsylvania State University hat ergeben, dass die täglichen Notizen eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens bewirken. Schon nach 30 Tagen waren die Studienteilnehmer, die ein Tagebuch führten, deutlich glücklicher als die Kontrollgruppe ohne Glückstagebuch.

Übung:
Notieren Sie täglich zwei bis drei Situationen, in denen Sie Glück empfunden haben.

Das kann ein Spaziergang sein oder eine Tasse Kaffee mit einem guten Freund. Das Tagebuch muss nicht unbedingt auf Papier angelegt werden. Eine gedankliche Notiz genügt, um die Glücksmomente zu manifestieren.

Eine positive Selbstwahrnehmung ist die Essenz der Resilienz. Wer sich Herausforderungen selbstsicher stellt und auch negativen Charaktereigenschaften etwas Positives abgewinnen kann, vertraut in sich selbst und kann besser mit Krisen umgehen. Allerdings zählt auch die Fähigkeit zu einer gesunden Selbstreflexion zu den Grundvoraussetzungen einer ausgeprägten Resilienz.

Die eigene Kontrolle hinterfragen

Ob Gehaltskürzung im Beruf oder Abmahnung durch den Vermieter: negative Ereignisse geschehen selten grundlos. Wer negativ denkt, schiebt die Verantwortung anderen Menschen zu oder gibt gar dem Zufall die Schuld. Die Folge: man gibt die Kontrolle über sein eigenes Leben ab. Dann fällt es auch schwerer, in neuen Situationen selbstsicher das Steuerrad zu übernehmen.
Ergreifen Sie die Verantwortung, auch wenn ein Ereignis außerhalb Ihrer Kontrolle zu liegen scheint. Die Gehaltskürzung mag generellen Sparmaßnahmen geschuldet sein, doch warum wurde ausgerechnet Ihr Gehalt und nicht das eines anderen Mitarbeiters gekürzt? Ist die Abmahnung vielleicht berechtigt, weil Sie Ihre Pflichten als Mieter vernachlässigt haben? Schauen Sie, in welchen Situationen Sie die Verantwortung tragen und welche Situationen außerhalb Ihres persönlichen Einflusses liegen. Ein unverschuldeter Unfall etwa, sollte als „Zufall“ oder „Pech“ akzeptiert werden, damit guter Dinge in die Zukunft geblickt werden kann, ohne sich selbst eine Schuld aufzuladen, die womöglich gar nicht vorhanden ist.

Die Suche nach neuen Herausforderungen

Die Resilienz wächst mit jeder überwundenen Krise. Wer sich neuen Herausforderungen stellt und Erfahrungen sammelt, stärkt die innere Widerstandskraft und ist bereit für schwierige Lebenslagen. Wie der US-Psychologe George A. Bonnano herausgefunden hat, sind mehr als 70 Prozent der Menschen in der Lage, Schicksalsschläge und persönliche Niederlagen ohne fremde Hilfe zu überwinden. Die restlichen 30 Prozent können ihre Resilienz durch ein zuverlässiges Netz aus Freunden, Familie und anderen Bezugspersonen stärken.

Ein stabiles Netz aufbauen

Wenn es im Leben nicht läuft wie erwünscht, hat man gerne „jemanden zum Reden“. Bezugspersonen sind essenziell, um in Krisenmomenten nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Sie zeigen uns Perspektiven auf, helfen aus der Krise und sind im besten Fall ein gutes Vorbild, an dem man sich orientieren kann.
Bezugspersonen können Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen sein. Entscheidend ist, dass regelmäßig Kontakt zu dieser Person besteht, die Person zuverlässig ist und Sie wertschätzt. Wer sich von anderen ernst genommen fühlt, kann sich auch selbst ernst nehmen. Mit dem notwendigen Selbstwertgefühl kann die Fähigkeit, sich mit Krisen auseinanderzusetzen, nach und nach verbessert werden.
Ebenso wichtig ist Selbstliebe. Wer sich selbst die wichtigste Bezugsperson ist, wird alles unternehmen, um sich wohl und glücklich zu fühlen. Der innere Antrieb ist stärker als die Motivation von außen und muss deshalb gepflegt werden. Das gelingt durch gezielte Motivation und die notwendige Empathie, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Die Resilienz entwickelt sich von alleine, wenn Herausforderungen akzeptiert und mit Blick auf das Positive bewältigt werden.

 

Wenn Sie sich selbst oder sogar anderen helfen wollen die Resilienz zu stärken,  dann können Sie das und vieles mehr in der Diplomausbildung zum Meditations- und Achtsamkeitslehrer lernen.